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Trauerfeier Ferdinand Suppaner.
Am 20. April fand in Krems die Trauer- und Verabschiedungsfeier für Ferdinand Suppaner statt. Vom
VÖFA
-Vorstand waren Präsident
Alois Urbanek
, Vizepräsidentin Sonja Steger, Generalsekretär Dr.
Georg Schörner
, Regionalleiter NÖ
Egon Stoiber
, die Vorstandsmitglieder Norbert Prachner,
Erich Riess
, Herbert Scheinecker und Dr.
Werner Weiss
(Mitglied / Schiedsgericht) sowie eine grössere Anzahl von Filmautoren, insbesondere vom Film- und Videoklub Krems, gekommen, um von diesem verdienten und herzlichen Filmer Abschied zu nehmen.
Dr. Schörner hielt namens des
VÖFA
die Trauerrede und würdigte den Verstorbenen:
Für den seit mehr als 45 Jahren existierenden Verband Österreichischer Filmautoren
VÖFA
wirkten bisher 5 Präsidenten; vom Gründungspräsidenten Albert Hackl bis zum amtierenden
Alois Urbanek
.
Und heute stehen wir am Sarg eines dieser 5 Präsidenten, nämlich Ferdinand Suppaner, und es ist für mich als Generalsekretär eine ehrenvolle, aber auch traurige Aufgabe, von einem verdienten Funktionär, aber auch von einem persönlichen Freund Abschied zu nehmen.Ferdinand war ein Urgestein unseres Verbandes; er trat kurz nach Gründung des Verbandes im Rahmen des Filmklub Krems bei und im Archiv finden wir einen ersten Filmbeitrag 1968 bei der Staatsmeisterschaft mit „… und so vollendet sich der Wein“, Ferdinand Suppaner, Filmklub Krems, 8mm, Color, 20 Minuten. 1969 begrüsste er als „Hausherr“ die Delegierten bei der Jahreshauptversammlung in Krems und wurde prompt in den Vorstand, vorerst als Beirat gewählt. Sein Vorstandsmandat währte in verschiedenen Funktionen bis zum 29. April 2000 also für mehr als 31 Jahre.
Und er war ein untadeliger, phantastischer Vereinsfunktionär. Hervorzuheben wären etwa u.a. die Staatsmeisterschaften in Krems, jeweils bestorganisierte, exzellente Veranstaltungen mit grossem gesellschaftlichen Bezug; die erste in Krems 1975. Und es war immer Ferdinand, der mit Schwung, Elan und unglaublichem Fleiss den Erfolg geradezu erarbeitete. Legendär waren seine Festschriften, dicke Kataloge lokaler Inserenten, dazwischen auch manchmal Seiten mit dem eigentlichen Inhalt. Wir haben darüber immer etwas geschmunzelt, aber der Sinn war, dass so genügend finanzieller Rückhalt für grandiose Veranstaltungen geschaffen wurde.
Ganz besonders wichtig in Zeiten des kalten Krieges war die „Danubiale“, ein internationales Filmfestival der Donauanrainerstaaten, also die Möglichkeit für Filmautoren im so genannten Ostblock, zu reisen und Freunde aus Österreich und Deutschland zu treffen. Es wären diesbezüglich die Danubiale-Festivals in Krems 1978 und 1984 zu nennen, und dann nach Fall des Eisernen Vorhanges 1993. Mit der Danubiale 1999 verabschiedete sich Ferdinand Suppaner vom internationalen Festivalgeschehen. Die nie erwartete Reisefreiheit für Filmautoren erfüllte einen Traum für Ferdinand, der immer schon mit vielen ausländischen Autoren gute Kontakte pflegte.
Natürlich wären noch viele andere Aktivitäten zu nennen, etwa Regional- und Landesmeisterschaften oder der „
VÖFA
-Progress“, ein Experimentalfilmwettbewerb, der nur einmal stattgefunden hatte.
Er war nicht nur Beirat im Verband, sondern auch 7 Jahre Vizepräsident und hatte die grosse Ehre, von 1992 bis 1994 dem
VÖFA
zwei Jahre als Präsident vorzustehen. Ab 1994 wirkte er noch 6 Jahre als „Referent für die Verbindung des Verbandes mit öffentlichen Ämtern“. 2000 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, trat aber bei der Staatsmeisterschaft 2003 nochmals öffentlich auf, bei der das legendäre und man kann jetzt sagen einzigartige Foto aller 5 Präsidenten entstand.
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Ferdinand hat darüber hinaus den Filmklub Krems über viele Jahrzehnte geleitet. Ferdinand und seine Frau reisten gerne und die Auslandsaufenthalte seiner Söhne brachten willkommene Anlässe für ausgedehnte Reisen und umfangreiche Filme. Er war nämlich nicht nur Funktionär, sondern bewahrte sich sein ureigenstes Hobby, dem Filmdrehen und Schneiden, Vertonen und Gestalten. Auch hier war er sehr erfolgreich, denken wir an seinen ersten Staatsmeistertitel mit "Sisal".
Der Verband dankte ihm seine unermüdlichen Aktivitäten 1979 mit dem „Goldenen Ehrenzeichen“, 1987 mit der „Unica Medaille für Verdienste um den internationalen Film“ und 2001 mit der erst 3. Verleihung des "Ehrenzeichens mit Brillant".
Ich selbst danke Ferdinand und seiner Frau eine jahrzehntelange Freundschaft. Ferdinand war rund ein Vierteljahrhundert älter als ich und hat mich als Jungrevolutionär im Verband sehr gefördert. Wir haben jahrelang exzellent zusammengearbeitet und ich habe viel von seiner Erfahrung profitiert.
Bei Veranstaltungen war er ein begnadeter Entertainer und ein Filmabend in Krems bei welchem Typ von Veranstaltung auch immer war eine grosse Freude. Man hat den Termin oft schon ein Jahr im Voraus im Kalender eingetragen. Wir sind Ferdinand zu grossem Dank verpflichtet; der Verband, aber auch ich persönlich, werden ihn immer ein ehrenvolles Andenken bewahren.
Unser Beileid gilt seiner Frau, seinen beiden Söhnen mit Gattinnen und den 4 Enkeln sowie den anderen Verwandten.
Ferdinand, Du wirst uns sehr fehlen!
(Dr. Georg Schörner)
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